Der Bericht bietet einen Vergleich der Verbrauchstrends in der EU-27 insgesamt und in jedem einzelnen Mitgliedstaat auf der Grundlage offizieller Statistiken von EUROSTAT und FAOSTAT. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der „Freshfel Europe Consumption Monitor“ zunehmend an Bedeutung gewonnen, wenn es darum geht, die Trends bei der Produktion, dem Handel und dem Verbrauch von frischem Obst und Gemüse in Europa zu bewerten. Der Bericht stützt sich seit Jahren auf eine einheitliche Methodik und hat sich zu einem einzigartigen Referenzdokument für die Branche und Entscheidungsträger entwickelt, die sich mit der Geschäftsentwicklung und der Veränderung der täglichen Ernährung in Bezug auf frische Erzeugnisse in Europa befassen.
Betrachte man die langfristigen Trends, so stagnieren die Verbrauchswerte, und der Sektor hat es versäumt, so Freshfel Europe, aus dem kurzlebigen Anstieg Kapital zu schlagen, der während der Corona-Pandemie einsetzte und durch die Wirtschaftskrise, die sich auf die Kaufkraft der Verbraucher auswirkte, gebremst wurde. Freshfel Europe unterstreicht die wesentlichen Eigenschaften von frischem Obst und Gemüse aufgrund ihrer starken und unbestrittenen gesundheitlichen Vorteile und ihrer geringen Umweltbelastung. Obst und Gemüse sind Teil der Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen, und der Verzehr sollte gefördert werden, um sowohl der Gesundheit der EU-Bürger als auch dem Planeten zugutekommen.
Der Freshfel Europe Consumption Monitor zeigt, dass nur fünf Länder in der EU das empfohlene Ziel von mindestens 400 g frischem Obst und Gemüse pro Tag und Kopf erreichen, was einen großen Spielraum für Verbesserungen zur Steigerung des Verbrauchs lässt.
Der Bericht wurde im Rahmen des jährlichen Freshfel-Webinars zu Verzehrtrends vorgestellt, in dem die dringende Notwendigkeit hervorgehoben wurde, die Stagnation des Obst- und Gemüsekonsums in ganz Europa umzukehren. Trotz des wachsenden Bewusstseins für die gesundheitlichen und nachhaltigen Vorteile frischer Erzeugnisse liege der durchschnittliche Verzehr weiterhin deutlich unter den Empfehlungen der WHO und den verschiedenen nationalen Ernährungszielen. Eine Steigerung des Verzehrs erfordere eine umfassende Strategie, die Aufklärung, Kommunikation, Zugänglichkeit und die sich wandelnden Lebensgewohnheiten der Verbraucher berücksichtige.
Das Webinar hob zudem den wachsenden Einfluss stark verarbeiteter Lebensmittel hervor, die von wirkungsvollen Marketing-, Marken- und Kundenbindungsstrategien profitieren und sich häufig die Vorzüge von frischem Obst und Gemüse zunutze machen. Freshfel Europe forderte einen stärker verbraucherorientierten Ansatz für frische Erzeugnisse, einschließlich verbesserter Werbung, besserer Sichtbarkeit im Einzelhandel, größerer Bequemlichkeit und einer effektiveren Vermittlung der Vorteile der Branche in Bezug auf Gesundheit, Geschmack und die Bedeutung der Nachhaltigkeitsvorteile von frischem Obst und Gemüse.
Nachhaltigkeit wird allgemein positiv wahrgenommen und mit frischen Erzeugnissen in Verbindung gebracht, sei jedoch selten ein primärer Kaufgrund: Verbraucher lassen sich zunehmend von Gesundheit, Geschmack, Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis leiten, während Bequemlichkeit zu einem wichtigen Faktor bei Kaufentscheidungen geworden sei und die Nachfrage nach gebrauchsfertigen, einfach zuzubereitenden Produkten und Fertiggerichten ankurbele.
Mit Blick auf die Zukunft bekräftigte Freshfel Europe die Prioritäten seines Manifests 2026-2030 und plädierte für einen „Fresh First“-Ansatz, der Obst und Gemüse in den Mittelpunkt der Politik in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit stellt. Der Obst- und Gemüsesektor und die Behörden sollten ihre Kräfte bündeln, um eine nachhaltige Konsumhaltung zu etablieren, die auf den Vorteilen von frischem Obst und Gemüse für den Planeten, das Klima und die Gesundheit der Verbraucher selbst basiert. Bei der Dringlichkeit der Maßnahmen, die zur Bewältigung der Konsumherausforderung erforderlich sind, insbesondere bei der jüngsten Generation, darf es keine Kompromisse geben.