Die Migros steht vor einem historischen Schritt: Die Verwaltungen der zehn regionalen Migros-Genossenschaften und des Migros-Genossenschafts-Bundes haben einstimmig beschlossen, dass die Migros in eine Gruppengenossenschaft überführt werden soll. Ziel ist eine Migros, die schneller entscheiden, gezielter investieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern kann. In den kommenden Monaten werden die Details dazu ausgearbeitet und alle Gremien gemäss Statuten einbezogen. Die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter werden Mitte 2027 in einer Urabstimmung endgültig entscheiden können.

Die Gruppengenossenschaft bildet künftig das Dach über die gesamte Migros-Gruppe mit ihren sieben Geschäftseinheiten: Migros Supermarkt, Migros Industrie, Denner, Migrol/Migrolino, Digitec Galaxus, Migros Bank und Medbase. Diese operieren eigenständig. Das schweizweite Supermarktgeschäft wird künftig aus einer Hand geführt, mit weiterhin starker Präsenz in allen Regionen der Schweiz.  

Gruppengenossenschaft schafft Vorteile für alle 
Zuallererst bringt eine Gruppengenossenschaft Vorteile für die Kundschaft: Eine Migros ohne Parallelstrukturen kann bessere und günstigere Angebote machen und die Eröffnung neuer Filialen schneller vorantreiben. Eine einheitlich organisierte Migros schafft auch Vorteile für die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter: Sie können künftig einheitlich und stärker am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden. Eine erfolgreiche Migros sichert schliesslich die Arbeitsplätze der rund 80’000 Mitarbeitenden in der Schweiz und schafft neue. 

Mit der Gruppengenossenschaft besinnt sich die Migros zurück auf ein wichtiges Anliegen ihres Gründers Gottlieb Duttweiler und seiner Frau Adele: Die Migros muss einen organisatorischen Leistungsvorsprung haben, also besser und günstiger sein als die Konkurrenz. 

Ursula Nold, Präsidentin des Migros-Genossenschafts-Bundes, sagt: «Gemeinsam mit den Regionalgenossenschaften haben wir die Weichen für die Zukunft der Migros neu gestellt. Der einstimmige Entscheid beweist, dass wir als Gemeinschaft handlungsfähig sind und Herausforderungen geschlossen anpacken. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Migros wieder agiler, attraktiver und leistungsfähiger machen – zum Nutzen aller und im festen Fundament unserer genossenschaftlichen Werte.» 

Regionalität bleibt erhalten 
Die Migros profitiert heute dank ihrer regionalen Verankerung von einer einmaligen Nähe zu Kundinnen, Mitarbeitenden, Lieferanten, Produzenten, Behörden und weiteren Partnern. Dies wird auch in Zukunft so bleiben, alle laufenden Projekte werden wie geplant weitergeführt.

Die regionale und genossenschaftliche Mitsprache bleibt ein zentraler Pfeiler der Migros. Dafür werden künftig sechs Regionalräte geschaffen, wobei je ein Regionalrat die französischsprachige und die italienischsprachige Schweiz vertritt. Die Regionalräte bringen die Anliegen ihrer Regionen ein und wählen die Delegierten. Die Delegiertenversammlung auf nationaler Ebene sorgt weiterhin für die demokratische Mitbestimmung.

Die Kundschaft wird in der Gruppengenossenschaft ihre gewohnten Filialen mit ihrem Personal und ihren Produkten unverändert wiederfinden. Das erfolgreiche Label «Aus der Region. Für die Region.» bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Migros. Alle regionalen Produkte bleiben für die Kundschaft erhältlich.

Guido Rast, Geschäftsleiter der Migros Luzern und Präsident der Migros Supermarkt AG, sagt:  «Mit der 2024 gegründeten Migros Supermarkt AG legten wir den Grundstein für eine engere Zusammenarbeit über die Grenzen der Genossenschaft hinweg, ohne bei der Regionalität Abstriche zu machen. Die Gruppengenossenschaft ist der nächste logische Schritt, um diese erfolgreiche Arbeit weiterzuführen. So sorgen wir dafür, dass die Migros auch morgen die Erwartungen ihrer Kundschaft erfüllt: starke Angebote, hohe Qualität und verlässliche Leistungen.» 

Urabstimmung findet Mitte 2027 statt
Die Präsidentinnen und Präsidenten sowie die Geschäftsleitenden der Migros-Genossenschaften werden in den kommenden Monaten ihren 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschaftern aufzeigen, warum sie überzeugt sind, dass die Migros-Gruppengenossenschaft der zukunftsfähige Weg ist. In der Urabstimmung Mitte 2027 fällt dann der endgültige Entscheid. Breit aufgestellte Arbeitsgruppen werden den Transformationsprozess gestalten und die Mitarbeitenden sowie die Öffentlichkeit laufend über die nächsten Schritte informieren.

Veränderungen betreffen vor allem das Management
Die Überführung in eine Gruppengenossenschaft ist ein mehrjähriger Prozess. Die meisten Mitarbeitenden werden von den Veränderungen im Alltag wenig oder nichts spüren. Denn Veränderungen betreffen nicht Mitarbeitende auf den Verkaufsflächen, sondern vornehmlich Strukturen in der Verwaltung und im Management der regionalen Genossenschaften und im Migros-Genossenschafts-Bund. Diese Veränderungen werden schrittweise erfolgen. Wo es für Mitarbeitende Veränderungen gibt, wird die Migros ihre soziale Verantwortung wahrnehmen. Wenn immer möglich strebt die Migros für die Mitarbeitenden Anschlusslösungen in der Gruppe an. Zudem sichert sie zu, dass es in den regionalen Genossenschaften bis mindestens Mitte 2028 zu keinen organisationsbedingten Entlassungen kommt. Die Tochterunternehmen der Migros-Gruppe sind nicht von Veränderungen betroffen.

Langfristig sollen alle Mitarbeitenden von der Weiterentwicklung profitieren: Eine einfachere und stärker vernetzte Organisation erleichtert die Zusammenarbeit und ermöglicht, Kompetenzen gezielter einzusetzen. Die Migros stärkt damit ihre Fähigkeit, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen, zu fördern und langfristig zu halten.  

Aufbruch mit neuen Kräften an der Spitze
Mario Irminger, Präsident der Generaldirektion des MGB, und Peter Diethelm, CEO der Migros Supermarkt AG (MSM), haben sich mit voller Überzeugung für die neue Struktur eingesetzt und werden dies auch im Hinblick auf die Urabstimmung tun. Gleichzeitig haben sie entschieden, ihre Funktionen auf diesen Zeitpunkt hin abzugeben. Sie werden dannzumal beide 62 Jahre alt sein und stellen so sicher, dass ihre Nachfolger den Aufbau von Anfang an und über die gesamte, mehrjährige Phase hinweg führen können.

Ursula Nold, Präsidentin der Verwaltung MGB: «Mario Irminger hat mit seiner ziel- und erfolgsorientierten Führung wichtige Weichen für die Zukunft der Migros gestellt. Die gesamte Verwaltung des MGBs dankt ihm bereits heute für seinen grossen Einsatz und freut sich darauf, gemeinsam mit ihm die bevorstehende Urabstimmung als wichtigen Schritt für die Zukunft der Migros vorzubereiten.»

Guido Rast, Verwaltungsratspräsident der Migros Supermarkt AG: «Peter Diethelm hat die Migros Supermarkt AG seit ihrer Gründung 2024 erfolgreich geleitet und seine grosse Erfahrung als früherer Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz eingebracht. Ich danke ihm im Namen des gesamten Verwaltungsrats für diese Aufbauarbeit, auf die mit der Gruppengenossenschaft nun der nächste Schritt folgt. Es freut mich sehr, dass Peter Diethelm die Transformation bis Ende 2028 in einer unterstützenden Funktion begleiten wird.»

Der Prozess zur Besetzung der beiden Nachfolgepositionen wurde eingeleitet.

Gesellschaftliches Engagement bleibt ein Schwerpunkt
Das Kulturprozent und weitere gesellschaftliche Engagements bleiben wichtige Instrumente zur Stärkung der regionalen Verankerung der Migros. Die Unterstützungsbeiträge werden auch in Zukunft verteilt. Sie fliessen weiterhin in die Regionen zurück, in denen sie erwirtschaftet wurden.

Im November 2025 hat die Migros-Gruppe ihre Vision 2035 unter dem Titel «Eine lebenswerte Schweiz für alle» verabschiedet. Sie baut auf drei zentralen Elementen auf: Erstens setzt die Migros Massstäbe bei Leistungen des täglichen Bedarfs und ist im Alltag erste Wahl. Zweitens ist eine starke Migros-Gemeinschaft der Antrieb ihres Erfolgs. Drittens nutzt sie ihren wirtschaftlichen Erfolg zum Wohle der Gesellschaft.  

Sophie Dubuis, Präsidentin der Genossenschaft Migros Genf, sagt: «Die Gruppengenossenschaft schafft die Voraussetzungen, um den genossenschaftlichen Auftrag für kommende Generationen erfolgreich weiterzuführen. Eine stärkere Migros kann ihre gesellschaftliche Verantwortung, ihr kulturelles Engagement und ihre Rolle als verlässliche Partnerin für die Bevölkerung langfristig sichern.»

Eine Gruppengenossenschaft vereint, was die Migros stark macht: Top-Leistung, Verantwortung, regionale Verwurzelung und gesellschaftliches Engagement. Sie bildet das Fundament, um die Vision für die Zukunft umzusetzen. Gleichzeitig bewahrt die Migros, was sie seit Generationen prägt: Stabilität, Nähe zu den Menschen und eine starke Verankerung in der Gesellschaft.