Trotz dieser Erholung warnt die Organisation, dass die Ernte weiterhin zu den niedrigsten der vergangenen 20 Jahre zählen wird und lediglich die der vorangegangenen Saison übertreffen wird, die den jüngsten historischen Tiefstand markierte.
Die Schätzung wurde Ende Juli vorgenommen und basiert auf einer technischen Analyse von LA UNIÓ, wobei die Wetterbedingungen, der Zustand der Kulturen und die Auswirkungen von Schädlingsbefall berücksichtigt wurden.
Nach Gruppen schätzt LA UNIÓ die Produktion von kleinen Citrusfrüchten auf 1.067.000 t (+2 %). Bei Clementinen wird das Erntevolumen praktisch unverändert bleiben, Zuwachs liegt hauptsächlich bei den Hybridsorten. Bei Orangen wird eine Produktion von 1.286.000 t erwartet (+5 %), und bei Zitronen 240.408 t. Das ist ein Wachstum von 15 %, das vor allem bei der Sorte Verna liegt, da die Sorte Fino auf einem ähnlichen Niveau wie in der vergangenen Kampagne bleiben wird.
Die begrenzten Mengen begünstigen ein für die Vermarktung akzeptables Kaliber. Auch wird eine hochwertige Qualität der Früchte erwartet. Die Preise der ersten Verkaufskontrakte sind stabil, obwohl die Kaufaktivitäten geringer ausfallen als in den vergangenen Kampagnen. Angesichts des erwarteten knappen Angebots hofft und erwartet LA UNIÓ, dass es bei anhaltend reger Nachfrage zu keinen starken Preisschwankungen kommt. In diesem Zusammenhang betont sie die Notwendigkeit, dass die Verarbeitungsindustrie angemessene Preise zahlt, insbesondere für Früchte, die von negativen Vorkommnissen betroffen sind, um für die gesamte Produktion eine gangbare Vermarktung zu gewährleisten.
Die Agrarorganisation führt das niedrige Produktionsniveau auf die Kombination verschiedener struktureller und konjunktureller Faktoren zurück. Dazu zählen insbesondere die Alterung eines Großteils des Baumbestands mit einem fortschreitenden Ertragsrückgang, Wetterbedingungen, die den Fruchtansatz erschwert haben, der zunehmende Befall durch Schädlinge und Krankheiten sowie die kontinuierliche Aufgabe von Anbauflächen, wodurch das Produktionspotenzial des valencianischen Zitrussektors weiter sinkt. In diesem Zusammenhang verschwanden in 2025 2.762 ha Zitruskulturen. Das sind weitere 2 % weniger als in 2024 und 15 % gegenüber dem Stand vor einem Jahrzehnt.
Hinzu kommt ein Kontext steigender Produktionskosten aufgrund höherer Ausgaben für Schädlingsbekämpfung sowie steigender Preise für Agrardiesel, Düngemittel und Energie, was die Rentabilität der Betriebe weiter schmälert.
Angesichts dieser Situation fordert LA UNIÓ von den Behörden einen Subventionsplan für die Erneuerung alter Baumbestände, die Ausnahmegenehmigung von effizienten Wirkstoffen und Pflanzenschutzmitteln gegen die wichtigsten Zitrus-Schädlinge, sowie eine stärkere finanzielle Unterstützung für Programme zur biologischen Schädlingsbekämpfung, sowohl für die Produktion als auch für die Freisetzung natürlicher Nützlinge. Zudem setzt sich die Organisation für Zollmaßnahmen oder die Aktivierung von Schutzklauseln gegenüber jenen Ländern ein, die durch unlauteren Wettbewerb immer mehr Marktanteile in der EU gewinnen.
Für LA UNIÓ bestätigen diese Daten die Notwendigkeit, dringende Maßnahmen zu ergreifen, um das Produktionspotenzial der valencianischen Zitrusproduktion wiederherzustellen und die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Erzeuger zu sichern, die von Saison zu Saison weniger produzieren und höhere Kosten tragen müssen. Die Organisation betont, dass sich der Wettbewerbsverlust der wichtigsten Kultur der valencianischen Landwirtschaft ohne eine entschlossene Strategie zur Sortenerneuerung, Verbesserung der Pflanzengesundheit und Unterstützung der Erzeuger weiter verschärfen wird.