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08.08.2017

Streit ums Mindeshaltbarkeits-Datum

(handelszeitung.at) - In Sachen Lebensmittelverschwendung nahm Greenpeace das Mindesthaltbarkeitsdatum ins Visier. Der Fachverband der Lebensmittelindustrie wies die Anschuldigungen jedoch entschieden zurück.

„Greenpeace erzählt ungeniert Märchen zum Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und will die Menschen scheinbar für dumm verkaufen. Lebensmittelsicherheit, europäische Gesetze und sachlich korrekte Information einfach zu ignorieren, ist ein starkes Stück!“ ist Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, verwundert über die neue Kampagne der NGO, in der Behauptungen über vermeintlich „unwahre Kennzeichnungen“ auf Joghurt aufgestellt werden.

Sechs Monate über dem MHD
Ganz genau geht es um acht von Greenpeace getestete Lebensmittel. Seit Jänner hat die Umweltschutzorganisation diese nach der Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatum regelmäßig überprüfen lassen. Mit dabei ein Joghurt, dass noch nach 26 Wochen über dem MHD unbedenklich gegessen werden konnte. Sechs der anderen Lebensmittel, darunter Tofu, Eier und Wurst, haben auch deutlich länger gehalten, als es das MHD vermuten lässt. Nur der Sesam-Dip war nach zwei Wochen verdorben. „Unser Test zeigt ganz klar: Bevor man Lebensmittel wegschmeißt, ist es ratsam sich auf seine Sinne zu verlassen“, erklärt Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. Darüber hinaus sieht Greenpeace die Lebensmittelhersteller und auch die Politik in der Verantwortung sich für ein realitätsnahes Mindesthaltbarkeitsdatum einzusetzen, um den Wegwerf-Wahnsinn zu stoppen.

Alles nur kein Wegwerfdatum
Da das MHD keine „Wegwerfdatum“ ist, kann der Fachverband der Lebensmittelindustrie die Greenpeace-Forderung nicht nachvollziehen. Denn Lebensmittelverschwendung als Argument für vermeintlich „zu lang“ angesetzte Mindesthaltbarkeiten vorzuschieben, lässt für sie entsprechende Kenntnisse über Lebensmittel und die dazugehörende Gesetzeslage vermissen. „Greenpeace will offenbar das Konzept des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht verstehen“, so Koßdorff erstaunt.

Seit vielen Jahren arbeitet die Lebensmittelwirtschaft aktiv mit, um die Lebensmittelverschwendung zu minimieren. „Viel wichtiger als billiger Aktionismus ist fundierte Information für die Verbraucher. Die liefern wir gerne“, so Koßdorff. Denn beim Mindesthaltbarkeitsdatum handelt es sich um ein Versprechen des Herstellers, dass – bei geeigneter Lagerung – das Lebensmittel „mindestens“ bis zu diesem Zeitpunkt sämtliche charakteristische Eigenschaften aufweist, welche die Konsumenten erwarten. Da geht es also nicht nur um die hygienische Genusstauglichkeit eines Produktes, sondern auch um dessen Frische, Geschmack, Aussehen, Farbe, Geruch, Konsistenz oder Nährwerte.

Europaweite Regelung
Es ist daher klar, dass Lebensmittel nach dem Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums aus hygienischen Gesichtspunkten im Einzelfall noch genießbar sind. Die Konsumenten können nach dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums durch die sensorische Prüfung – also Schauen, Riechen, Schmecken – selbst feststellen, ob das Lebensmittel noch genießbar ist. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist also kein „Wegwerfdatum“. Die rechtlichen Vorgaben für das MHD sind übrigens europaweit geregelt. „Greenpeace geht unter falschen Voraussetzungen an das Thema heran. Die Hersteller haben das größte Interesse, dass bei Lebensmitteln Qualität, Sicherheit und Genuss sichergestellt sind. Die Erwartungen der Konsumenten und nicht zuletzt deren Sicherheit stehen im Mittelpunkt. Niemand will, dass unsere guten Produkte weggeworfen werden“, bekräftigt Koßdorff abschließend.