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11.08.2017

Russland bald Selbstversorger bei Tomaten

(freshplaza.de) - Durch das Importverbot von türkischen Tomaten wurde Russland dazu inspiriert, ein Selbstversorger in der Tomatenproduktion zu werden. Unternehmen, die in die Technologie investiert haben, die die ganzjährige Produktion ermöglicht, können ihr Glück kaum fassen.

Seit Russland 2014 den Import der meisten Lebensmittel aus dem Westen verbot, um auf die Sanktionen gegen Russland, die zur Unterstützung ukrainischer Rebellen erlassen wurden, zu reagieren, hat Russland die Fleisch-, Käse-, und Gemüseproduktion im eigenen Land gesteigert,

Nachdem die Türkei im November 2015 einen russischen Jet nahe der syrischen Grenze beschossen hatte, weitete Moskau das Importverbot auch auf türkische Tomaten aus. Russland war der größte Exportmarkt für die Türkei gewesen.

Seitdem haben sich die Beziehungen zwischen Ankara und Moskau wieder normalisiert, aber das Verbot bleibt bestehen und wird vermutlich auch weitere drei bis fünf Jahre nicht außer Kraft gesetzt werden, so die Behörden.

Das könnte für türkische Exporteure jedoch bereits zu spät sein, denn Russland plant eine eigene Tomatenproduktion aufzubauen.

Dabei setzt Russland auf Gewächshaus-Projekte, die mit Unterstützung der Regierung gebaut werden. Der Plan ist es, bis 2020 Selbstversorger für die 144 Millionen Bevölkerung zu sein, das sagen Akteure aus der Industrie, Analysten und Behörden.

Obwohl Russland nur etwa 500.000 Tonnen der 3,4 Millionen Tonnen Tomaten, die jährlich konsumiert werden, importiert, hat das Land wegen der harten Winter Schwierigkeiten, die volle Kapazität zu erreichen, so das IKAR Agrarkultur Konsulat.

Zurzeit stammen nur etwa 620.000 Tonnen der Produktion aus Gewächshäusern, so IKAR. Der Rest stammt aus dem Anbau auf offenem Feld, der jedoch nur von Juni bis September stattfinden kann. Der Großteil dieser Produktion wird auf den lokalen Farmmärkten verkauft oder stammt von Privatgrundstücken, die von einzelnen Familien verwaltet und genutzt werden.

Sergey Korolyov, Leiter des Nationalen Obst und Gemüsebauern Verbands schätzte, dass die Gewächshäuser, die bereits produktiv sind, dank der Unterstützung durch die Regierung das Geld in etwa 8-9 Jahren zurück-erwirtschaftet haben könnten. Zu den Unterstützungsmaßnahmen der Regierung gehören Investitionskompensation und vorteilhafte Zinssätze für Kredite.

"Jetzt werden Gewächshäuser, die ursprünglich für den Gurkenanbau gebaut worden waren für Tomaten umfunktioniert", sagte Korolyov zu Reuters.

MEGA-Gewächshäuser

Auch wenn der Gewächshaussektor von mehreren kleinen Firmen dominiert wird, sind auch einige größere Firmen im Geschäft.

Der russische Mischkonzern Sistema kaufte im Dezember 2015, als das Importverbot für türkische Produkte verhängt wurde, den größten Yuzhngyi Gewächshaus Komplex.

Der 144 Hektar Komplex produziert pro Jahr mehr als 45.000 Tonnen Tomaten und Gurken.

"In diesem Fall hatten wir einfach etwas Glück - wir haben eine Einrichtung gekauft, die bereits mit guten Kunden und Angestellten vollständig produktiv war", sagte Sistemas Senior Vice President Ali Uzdenov.

Da der Rubel im Vergleich zum US-Dollar seit Mitte 2014 einen deutlichen Wertverlust erlitten hat, konnten wir uns gegen die Tomatenimporte durchsetzen, sagte er.

Ein weiterer großer Gemüseproduzent in Russland ist der zweitgrößter Einzelhändler Magnist mit einem 84 Hektar Komplex.

Vizeministerpräsident Arkady Dvorkovich, der für den Agrarkultur Sektor verantwortlich ist, sagte, dass die Regierung hinter den Arbeiten stehen würde.

"Wir müssen in gewisser Weise unabhängig von Importware werden, um den lokalen Markt zu stärken. Und wir werden deshalb diese Projekte unterstützten", sagte Dvorkovich Reuters im Juni.

Da jedoch ein Großteil der Tomatenproduktion auf Privatgrundstücke der Leute entfällt, werden die Importe auf kurze Sicht noch immer wichtig sein, fügte er hinzu.

Der Plan ist alles andere als gut für die Türkei. 70% der Tomatenproduktion des Landes ging 2015 noch an Russland. In Zahlen sind das 259 Millionen Dollar, die türkische Bauern damit verdienten, so das Türkische Statistikinstitut.

Als das Verbot verhängt wurde, schlossen vor allem Marokko, Azerbaijan und Weißrussland die Lücken auf dem russischen Markt.

Ankara stellte im Mai in Moskau den Antrag, dass das Verbot zumindest außerhalb der Hauptsaison aufgehoben werden solle.

Auf die Frage hin, was aus diesem Antrag geworden sei, sagte Dvorkovich, dass es funktionieren könne, allerdings ausschließlich für die lokale Produktion von Tomatenmark oder Säften.