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12.02.2019

Fruit Logistica 2019: Nachhaltigkeit und Brexit

(freshplaza.de) - Die Fruit Logistica 2019 kann in zwei Worten zusammengefasst werden: Nachhaltigkeit und Brexit. Nachhaltigkeit kam auf fast jedem Stand vor. Die Reduzierung von Kunststoffen steht hoch auf der Agenda, aber dies gilt jedoch beispielsweise auch für Beschränkungen bei Pflanzenschutzmitteln. Der Brexit ist das Damokles-Schwert über dem Markt. Jeder weiß, dass es am 29. März fällt, aber wie das Schwert aussieht und wie groß der Schaden sein wird, das bleibt eine offene Frage. Die Nachwirkungen des heißen Sommers bestimmen die Stimmung unter den europäischen Händlern. Die Überschüsse auf dem europäischen Markt für Trauben beunruhigt Händler auf der ganzen Welt.

Es fiel auf, dass am ersten Tag der Messe schon viel los war. Wo normalerweise Donnerstag der geschäftigste Handelstag ist, nahmen sich die ersten beiden Tage dieses Jahr nicht viel. In den Gängen bewegte es sich langsam. Am Freitag, dem traditionell ruhigsten Tag, schien es in den Gängen auch lebhafter als sonst. Man hörte allerdings auch andere Geräusche. Einer der belgischen Aussteller bezeichnete Besucher und Besucherzahlen als "Qualität über Quantität". Selbst bei Ausstellern aus anderen Ländern wurde erklärt, dass weniger Besucher über die Messe liefen. Italienische Aussteller wiesen darauf hin, dass mehr Käufer von großen Einzelhandelsketten begrüßt werden konnten.

Gemischte Gefühle im CityCube
Generell waren die französischen Aussteller positiv gestimmt über die Messe. "Die Kontakte zu bestehenden Kunden wurden gepflegt und die Terminabsprachen waren erfolgreich", sagen viele Aussteller. Einigen zufolge fehlte es an potenziellen Kunden. Man konnte auch neue Pflaumensorten bewundern, wie die Rougecot von COT International und die Lovita. In der Maschinenhalle sorgte vor allem das Bi-Axone von MAF RODA für Aufsehen. Diese neue Sortiermaschine für längliche Birnensorten dreht die Birnen halbwegs, ohne sie zu beschädigen.

Im CityCube, dem Platz der polnischen Unternehmen, herrschten gemischte Gefühle. Einige Exporteure waren der Ansicht, dass sie in diesem Jahr weniger Besucher an ihren Stand trafen als in den vergangenen Jahren, während andere Unternehmen am ersten Tag einen "rush" sahen. Die türkischen und marokkanischen Unternehmen hatten eine gute Messe in Halle 1.1. Die größte Party fand auf dem Stand der Firma Alanar statt, die am zweiten Tag eine echte Zeremonie abhielt. Dank einer Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus Peru können sie das ganze Jahr über Feigen liefern und das wurde mit einer Riesentorte gefeiert. In Halle 2.1 befanden sich die Griechen und Ägypter, eine Halle, die während der gesamten Messe viele Menschen anzog. Das Geschäft hier lief gut. Es gab viele Unternehmen, die zum ersten Mal dort waren, und besonders die griechischen Stände gaben sich extra Mühe, um durch leuchtende Farben aufzufallen.

Kultur schnuppern bei italienischen Unternehmen
Die italienische Delegation ließ sich in Halle 7.2a mit einem neuen Pavillon "Italian Fruit Village" sehen. Der Pavillon beherbergte viele Unternehmen, von denen einige die "Coole Landwirtschaft" betonten, während andere die Tradition oder Regionalität als äußerst wichtig betrachteten. Die Region Sizilien hatte ein neues Layout gewählt, in dem der Vucceria-Markt in Palermo als Inspiration diente. Die Region Apulien wählte Castel del Monte, die Burg aus dem 13. Jahrhundert in Andria, als Inspiration. An jedem italienischen Stand gab es etwas zu kosten: Von einfachen Schnittprodukten bis zu gastronomischen Genüssen, bei denen die Farbe des Produkts eine wichtige Rolle spielte, und von Cocktails bis zu kosmetischen Anwendungen.

Die eingefleischten Aussteller der Branche, die seit über 20 Jahren anwesend sind, durften nicht fehlen. Es gab aber auch genügend neue Gesichter von jungen Unternehmern. Obwohl auf der langen Liste von Messen eine Wahl getroffen werden muss, ist Berlin für die meisten Unternehmen unangefochten. Die drei Tage, an denen viele bestehende und potenzielle Kunden getroffen werden können, darf man nicht verpassen. Als Sahnehäubchen erhielt der italienische Jingold den Fruit Logistica Innovation Award für seine Oriental Red Kiwifruit.

Die finanziellen Probleme bei Geenyard waren Thema niederländischer und belgischer Aussteller. Wenn etwas schief geht, wird mit erheblichen Nachwirkungen gerechnet, und es wird erwartet, dass mehr Unternehmen umkippen werden. Im niederländischen Zwiebelhandel gibt der Neustart von Eqraft die nötigen Emotionen. Die niederländischen Aussteller in Halle 3.2 haben viel auf Erlebnis gesetzt.

Die diesjährige Fruit Logistica fand zeitgleich mit dem chinesischen Neujahrsfest statt, dem wichtigsten Feiertag in China. Trotzdem gab es einige chinesische Firmen die in Berlin mit einem Stand vertreten waren. Die meisten Firmen boten Pomelos, Knoblauch und Ingwer als ihre Hauptprodukte und wurden zahlreich besucht. Eine der führenden chinesischen Firmen, Joy Wing Mao, verzeichnete eine große Anzahl von Meetings, aber auch genug Spaß: am Donnerstag gab es eine Cocktail-Party. Chen's Sun war zum ersten Mal in Berlin vertreten und stellte sich den Besuchern mit einer großen Auswahl an Produkten vor. Ningbo Yongfeng Packaging Co., Ltd. brachte, zusammen mit Xmesh Technology, neue Verpackungen für Obst und Gemüse mit. Insgesamt war die Messe für die chinesischen Aussteller ein Erfolg, bestätigen die Firmen.

Weniger Plastik, weniger Pflanzenschutzmittel
Die Reduzierung von Kunststoff ist ein wichtiger Punkt. Bis vor wenigen Jahren war dies nur den Bio-Unternehmen vorbehalten, und heute arbeiten viele Parteien aufgrund des Drucks der Einzelhandelskunden mit Kartons, Zellstoff- und Zuckerrohrschalen und -verpackungen. Dies spiegelte sich auch bei den deutschen Ausstellern wider, die in diesem Jahr eindeutig einen gemeinsamen Nenner hatten: Nachhaltigkeit. Gerade bei der Produktverpackung ist dies ein großer Faktor, der nach Meinung vieler auch in den nächsten Jahren von großer Bedeutung sein wird. Aufgrund des neuen Verpackungsgesetzes, welches kürzlich in Kraft getreten ist, ist der Handel in gewissem Sinne verpflichtet, aktiv gegen Umweltverschmutzung vorzugehen und den Einsatz von Plastik nach Möglichkeit zu vermeiden. Das Ergebnis ist eine Vielzahl experimenteller und hybrider Alternativen zu bestehenden Verpackungen, die derzeit den Markt überschwemmen. Einschließlich Zellulose, biologisch abbaubarem Kunststoff und Verpackungen mit Luftlöchern oder Teilen aus anderen Materialien, um den Kunststoffverbrauch zu minimieren. Auch klassische Holzverpackungen waren vertreten.

Die Mehrheit der belgischen Aussteller befand sich in Halle 6.2 und es fiel auf, dass dieses Jahr viel Aufmerksamkeit auf die Verpackung gelegt wurde. Kunststoff soll langsam einer biologisch abbaubaren Variante oder Pappe weichen. Nachhaltigkeit spielte auch bei den französischen Ausstellern eine wichtige Rolle, wobei der Fokus weniger auf Verpackungen lag. In verschiedenen Ständen wurde auf neue Produkte ohne Pestizide (Zéro Résidu de Pesticides) und Produkte mit dem französischen Label "Rouge" geachtet. Auf dem französischen Markt sind solche Etiketten von großer Bedeutung, weil sie das Verbrauchervertrauen erhöhen.

Traubendeals
Einige der asiatischen Traubenexporteure waren nicht glücklich über die neue Lage ihrer Stände in Halle 26. Das lag hauptsächlich an der Route, die Besucher ablaufen mussten um von den zentralen Hallen und Eingängen zu ihnen zu kommen. Durch den langen Weg gab es weniger Laufkundschaft in diesem Jahr - und man rechnet damit, dass dies einige potenzielle Geschäftspartner fern gehalten haben könnte.

Die Traubenexporteure aus der südlichen Hemisphäre suchten nach neuen Kunden, um Überschüsse wie auf dem europäischen Markt zu vermeiden. Dies gilt auch für die Avocado-Exporteure. Südafrikanische Traubenexporteure erlangten Zugang zum chinesischen Markt. Sie freuen sich darauf, diesen Markt weiter auszubauen.

Brexit: ‘Ein komisches Schauspiel’
Desweiteren steht der Brexit unmittelbar bevor. Viele Unternehmen verfolgen dieses Thema mit Interesse, nehmen an den Meetings teil, wiesen aber auch darauf hin, dass sie genau wie ihre Kollegen abwarten müssen, was wirklich passiert. Kein Wunder, dass dies auch bei britischen Ausstellern Gesprächsthema war. Sowohl britische als auch irische Importeure bezeichnen den gesamten Brexit als 'komisches Schauspiel', aber echte Bedenken scheinen nicht zu bestehen. Die meisten großen Unternehmen vertrauen darauf, dass sie die Fähigkeit haben, die Änderungen zu managen. Die schwierige Phase sind die ersten vier Wochen nach dem Brexit, unabhängig davon, ob es einen Deal gibt oder nicht. In diesen Wochen ist das Vereinigte Königreich immer noch stark von Importen aus Europa, insbesondere aus Spanien, abhängig. Es sind die kleinen Händler, die die höchste Rechnung erhalten und die zusätzlichen Kosten bezahlen müssen.

Ein Händler sagt, dass er einen Vorrat anlegen möchte, um diese vier Wochen bis zum Beginn der britischen Saison abzudecken. Andere Unternehmen suchen nach alternativen Häfen, um Wartezeiten und Verzögerungen zu begrenzen. Irische Importeure erwägen einen direkten Weg zur Insel, ohne die britische Landbrücke zu benutzen.

Folgen des heißen Sommers
Auf der anderen Seite scheint die Stimmung der Erzeuger und Händler etwas weniger positiv zu sein. Schließlich wurde Europa im vergangenen Jahr mehrmals durch heftige Stürme erschüttert, die sich mit längeren Dürreperioden und außergewöhnlich hohen Temperaturen abwechselten. Diese Witterungsbedingungen hatten offensichtlich einen großen Einfluss auf die verfügbaren Volumina und die Preisbildung des Handels. In Deutschland litten in den letzten Monaten unter anderem der Kartoffel- und Zwiebelsektor sowie die Freilandproduktion unter Ernteausfällen und Qualitätsproblemen.

Die auf Hartobst spezialisierten belgischen Unternehmen waren aufgrund des schwachen Hartobstmarktes ebenfalls negativ gestimmt. Es fiel auf, dass die Anbieter von roten oder etwas rötlichen Birnen eine sehr gute Saison hatten. In diesem Segment gibt es sicherlich Wachstum. Die belgischen Unternehmen sehen auch Asien und Südamerika als immer wichtiger werdende Absatzmärkte. Auch unter den südafrikanischen Exporteuren von Hartobst schaut man mit Bedenken auf die Bestände in Europa. Den Exporteuren wird empfohlen alternative Märkte zu prüfen.




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