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21.07.2017

Lidl schaltet Zwischenhandel aus

(LZ-online) - Lidl sucht den direkten Draht zur Landwirtschaft. Obst- und Gemüseerzeuger, die in der Lage sind, ganze Lkw zu füllen, sind dem Discounter als Lieferanten willkommen. Außerdem investiert das Unternehmen verstärkt in die Frischelogistik.

Lidl spricht seit neuestem Großproduzenten von Obst und Gemüse direkt an, um mit ihnen Lieferverträge zu schließen. Branchenkenner sehen darin einen letzten Schritt zu einem durchgängig integrierten System. Die Obst- und Gemüse-Sparte hat es dem Discounter von jeher angetan. Hier winken mit die höchsten Gewinnspannen. Als Kundenmagnet für das stationäre Geschäft ist das grüne Sortiment ebenfalls unschlagbar. Mit einem Einkaufsvolumen von schätzungsweise 4,5 Mrd. Euro stellt die Schwarz-Gruppe heute jeden globalen Player im Fruchtsektor in den Schatten. Allein in Spanien gilt Lidl mit einem Bedarf von 1,2 Mio. Tonnen als größter Kunde der Obst- und Gemüsebranche. Damit haben die Neckarsulmer auf der iberischen Halbinsel auch in der Produktion bereits das Sagen.

In Deutschland arbeiten drei Beschaffungsorganisationen im grünen Sortiment exklusiv für Lidl. Sie haben den direkten Draht zur Landwirtschaft in den Anbaugebieten weltweit: Juan Garcia-Lax organisiert das Südeuropa-Geschäft, und die OGL Food Trade koordiniert die Importe aus Übersee. Die Absatzzentrale Kempen (AZ), einst Keimzelle des Lidl-Fruchtgeschäftes, kümmert sich am Niederrhein um das deutsche Sortiment und dient gleichzeitig als logistische Drehscheibe für Import-Waren.

Gemeinsam mit ihrem Auftraggeber wuchs das Trio in den letzten Jahren rasant und ist bis heute überdurchschnittlich profitabel. Addiert kommen die Spezialisten aktuell auf einen Erlös von knapp 3 Mrd. Euro. Das geht aus dem Bundesanzeiger hervor.
Nun sieht es so aus, als würde Lidl die gewachsenen Strukturen aufbrechen und Aufgaben der drei Dienstleister in Eigenregie übernehmen. Großproduzenten, die direkte Verträge mit den Neckarsulmern schließen, würden die AZ als Drehscheibe gar nicht benötigen, sondern können ihre Lieferungen direkt zu den Fruchthöfen lenken, die mit Lidl kooperieren, heißt es in Branchenkreisen.
Mit diesen Fruchthöfen ist Lidl auf das Thema Regionalität gut vorbereitet. In Deutschland überlässt der Discounter die Fein-Distribution nämlich einem guten Dutzend mittelständischer Unternehmen. Weil diese Betriebe dem rasanten Wachstumstempo des Discounters in puncto Investitionsbedarf nicht mehr folgen können, bringt sich der Discounter bei der Erweiterung der Logistik-Standorte jetzt selbst ein und finanziert die Neubauten. Anschließend lässt er sie von den bewährten Partnerunternehmen betreiben. Neue Standorte sind bereits für Frankfurt und Hildesheim in der Planung. Für sein Frischelager bei Paris holt sich Lidl ebenfalls Spezialisten aus Deutschland an Bord.

Von der Produktion selbst lässt Lidl jedoch weiterhin die Finger. Die landwirtschaftliche Erzeugung sei sehr volatil, und das kann ein Händler, dessen Image gerade in der Frische von verlässlicher Lieferung abhängt, nicht managen. Lieber stecke man die Manpower in die Erweiterung des Obst- und Gemüse-Sortiments.

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